Erste Weichen gestellt: Erfolgreicher Auftakt in die nacholympische Saison
Das Ausichterteam des SCDHfK Leipzig empfing die Athletinnen und Athleten am vergangenen Wochenende (29./30.März) am Leistungszentrum in Leipzig zur ersten Standortbestimmung der nacholympischen Saison. Den Auftakt bildete der Ergometertest auf dem Concept2 Indoor Rower über die olympische 2.000-Meter-Distanz, gefolgt vom Langstreckenvergleich über sechs Kilometer auf dem Saale-Leipzig-Kanal in Klein- und Mittelbooten am Sonntag.
Die Veranstaltung bot nicht nur spannende Wettkampfmomente, sondern lieferte auch wertvolle Erkenntnisse zum aktuellen Leistungsstand der deutschen Ruderinnen und Ruderer.
Positive Entwicklungen und Potenziale im Hinblick auf die physiologische Leistung
DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock zeigte sich nach dem ersten Wettkampftag insgesamt zufrieden: „Wir haben beim Ergometerfahren bereits gute Leistungen gesehen. Gleichzeitig gibt es noch Entwicklungspotenzial, insbesondere in den Spitzenwerten – hier muss in den kommenden drei Jahren weitergearbeitet werden.“ Besonders im Frauen-Riemen-Bereich war eine positive Entwicklung zu erkennen, auch wenn die Breite des Feldes noch ausgebaut werden muss. Im Frauen-Skull-Bereich wurden an der Spitze starke Ergebnisse erzielt. Bei den Männern (Riemen und Skull) wurden insgesamt solide Leistungen erzielt, die eine breite Leistungsbasis zeigen, jedoch fehlen noch die absoluten Spitzenergebnisse.
Wettkampfergebnisse auf der Langstrecke
Die Ergebnisse des Langstreckentests am Sonntag bestätigten diesen Eindruck. Aufgrund einer kurzfristigen krankheitsbedingten Absage von Lene Mührs – die nach dem Ergotest erkrankte – konnte das Duo Mührs/Clotten, das im Trainingslager vielversprechende Leistungen gezeigt hatte, nicht antreten. Dennoch bestätigten die verbleibenden Crews ihre Trainingsfortschritte. So setzten Lebahn/Hartmann ihre starke Trainingsleistung erfolgreich um und sicherten sich den Sieg im Frauen-Zweier ohne. Auf den zweiten Platz ruderte der kurzfristig zusammengestellte Zweier um Galland/Peuser, der trotz des unerwarteten, krankheitsbedingten Partnerwechsels eine starke Leistung ablieferte. Auch der Drittplatzierte Zweier ohne mit Härtl/Gerundt sowie der U23-Zweier aus Frankfurt mit Labonde/Wollenhaupt demonstrierte die hohe Leistungsdichte des Nachwuchses.
Bei den Skullerinnen setzte sich Frauke Hundeling vor Pia Greiten und Alexandra Föster durch. DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock lobte ihre Leistung: „Frauke Hundeling zeigte in der nacholympischen Saison sowohl auf dem Ergometer mit einer persönlichen Bestleistung als auch auf der Langstrecke einen herausragenden Sieg. Mit den besten Relationszeiten aller Boote hat sie eindrucksvoll demonstriert, wie man den neuen Olympiazyklus in Richtung LA28 einleitet.“
Trotz Trainingsausfällen und Verletzungsproblemen stellte Föster ihre Wettkampfstärke unter Beweis. Interessanterweise hatten die drei bereits beim Ergometertest das Podium unter sich aufgeteilt, allerdings mit Greiten vor Hundeling und Föster.
Die Paris-Olympiastarter Julius Christ und Sönke Kruse sorgten im Männer-Riemenbereich für eine klare Demonstration ihrer Stärke und gewannen souverän im Zweier ohne. Dahinter folgten Wolf Niclas Schröder und Theis Hagemeister auf Rang zwei. Der Nachwuchs zeigte ebenfalls starke Leistungen: Die U23-Ruderer Tom Olbrich und Franz Rudolph aus Dresden belegten Rang drei, gefolgt von Ole Bartenbach und Leon Gronbach aus Speyer.
Im Männer-Skull-Bereich unterstrichen Oliver Holz, Felix Heinrich und Marc Weber ihre Leistungsfähigkeit. In Abwesenheit einiger Spitzenathleten erreichten sie gute Ergebnisse. Ole Hohensee, der im vergangenen Herbst überraschend die Langstrecke in Dortmund gewonnen hatte, überzeugte in seinem ersten U23-Jahr mit einem starken vierten Platz.
Para Rudern – Starke Signale und neue Talente
Auch im Para Rudern wurden wichtige Maßstäbe gesetzt. Bundestrainer Marc Stallberg zeigte sich insbesondere mit den Ergometerergebnissen zufrieden: „Hermine Krumbein und Kathrin Marchand lieferten Bestwerte, und auch die übrigen Athletinnen und Athleten lagen sehr nah an ihren Bestleistungen.“
Auf dem Wasser siegten Jan Helmich und Hermine Krumbein m PR3 Mixed Doppelzweier vor den Duos Lotta Fischer (Guide)/Philipp Dosse sowie Valentin Luz/Kathrin Marchand. Philipp Dosse, der sich vor dem Wettkampfwochenende der nationalen Klassifizierung unterziehen musste, strebt nach seiner erfolgreichen Einstufung in die Klasse PR3 nun eine aktive Rolle im Para Team an. Im PR2 Frauen-Einer setzte sich Jasmina Bier mit deutlichem Vorsprung vor Thyrza Kiewik durch, während Manuela Diening verletzungsbedingt passen musste.
Marcus Klemp (PR1 M1x) und Paul Umbach (PR2 M1x) lieferten in ihren Klassen persönliche Bestzeiten über die vier Kilometer der Festsitzer. Im PR3 Männer-Einer war Daniel Müller der Schnellste.
Alle Ergebnisse der Langstrecke sind hier zu finden: https://ruderninleipzig.de/index.php/ergebnisse?view=results
Positive Bilanz: Stimmen aus der sportlichen Leitung des DRV
Die Veranstaltung profitierte von verbesserten Rahmenbedingungen, insbesondere beim Ergometertest, der erstmals in einer modernen Sporthalle mit deutlich optimierter Luftqualität durchgeführt wurde.
Marcus Schwarzrock, DRV-Cheftrainer, betonte: „Die verbesserten Bedingungen haben sich positiv auf die Leistungsüberprüfung ausgewirkt – insbesondere die optimierte Luftqualität beim Ergometertest wurde von Athletinnen, Athleten und Trainerstab gleichermaßen geschätzt. Auch unter schwierigen Bedingungen auf der Langstrecke konnten starke Leistungen gezeigt werden. Das war ein vielversprechender Auftakt in die nacholympische Saison.“
Trotz kühler Temperaturen und regnerischen Wetters am Sonntag verlief der Langstreckenwettbewerb auf dem Saale-Leipzig-Kanal reibungslos und zeigte, dass auch unter herausfordernden Bedingungen starke Leistungen möglich sind.
Robert Sens, Vorstand Leistungssport im DRV, sagte dazu: „Wir sehen bereits erste spannende Entwicklungen: Der Kampf um die Rollsitze in den Großbooten verspricht eine hochklassige Konkurrenz. Besonders im Frauenbereich und im Para-Rudern gibt es erfreuliche Fortschritte, während wir im Männerbereich gezielt an den absoluten Spitzenwerten arbeiten müssen. Die Organisation und die Rahmenbedingungen haben optimale Voraussetzungen geschaffen – ein großes Dankeschön an das Team um Uwe Scholl!“
Mit dieser erfolgreichen Langstrecke unterstreicht der Deutsche Ruderverband seine Ambitionen für die nacholympische Weiterentwicklung und schafft zugleich wertvolle Perspektiven für den Nachwuchs. Die Weichen für die Deutsche Kleinboot- und Para-Meisterschaft sind somit gestellt.