Kampf um WM-Quali: Klein und Rastetter setzen Zeichen in Leipzig
Zwei Hassia-Ruderer, zwei starke Auftritte und Ausrufezeichen im Kampf um die Nationalmannschaft: Jakob Rastetter und Julius Klein lieferten bei der Langstrecke in Leipzig, einem entscheidenden Frühtest für Nationalmannschafts-Aspiranten, starke Leistungen ab – und mischen nun im Rennen um die WM-Tickets kräftig mit.
2.000 Meter auf dem Ergometer am Samstag, 6.000 Meter im Kleinboot am Sonntag – mehr Wahrheit über Trainingsform und Wettkampfhärte geht kaum. Für Julius Klein und Jakob Rastetter stand in Sachsen eine echte Standortbestimmung an. Hassia-Cheftrainer Volker Lechtenberg hatte seine Jungs gut vorbereitet – und konnte am Ende zufrieden lächeln.
WM-Norm geknackt!
Jakob Rastetter stellte gleich beim Ergometertest seine Ambitionen unter Beweis: Mit einer Zeit unter der magischen WM-Norm von 6:10 Minuten legte der 20-Jährige den Grundstein für die weiteren Auswahlmaßnahmen. „Damit kommt Jakob jetzt für alle Bootsklassen bei der U23-WM im Sommer in Frage“, erklärt Lechtenberg. Eine enorme Erleichterung, denn wer die Norm nicht schafft, muss in den Kleinbooten auf Regatten ganz vorne landen, um sich zu empfehlen – deutlich schwieriger.
Stabil im Rennen – stark auf dem Wasser
Doch nicht nur auf dem Ergo überzeugte Rastetter. Auch auf der Langstrecke im Boot lieferte er ab: „Solide im Rhythmus, technisch sauber, hinten raus hart – so wie man es sich wünscht“, so Lechtenberg. Der Hassia-Athlet konnte sich im Feld gut behaupten und einige Favoriten unter Druck setzen. Auch wenn er körperlich nicht zu den größten Ruderern zählt, zeigte er mit Dynamik und Kampfgeist, dass er ganz vorne mitfahren kann.
Julius Klein machte da weiter, wo er 2024 aufgehört hatte – ganz vorne. Bereits letztes Jahr Silber bei der U19-WM mit Hassia-Partner Simon Gimplinger, jetzt Favorit in seiner Altersklasse. In Leipzig ließ er sich weder vom Druck noch vom Starterfeld beeindrucken. Nach starker Ergo-Performance setzte er sich früh im Rennen an die Spitze, hielt das Tempo hoch und verteidigte seinen Vorsprung mit eisernem Willen. Die letzten 500 Meter? Vollgas. Im Ziel? Der verdiente Lohn: Platz 1.
Unterstützt wurde das Ganze von einem Coaching-Trick: Simon Gimplinger, der krank zuhause bleiben musste, lieferte via Handy Zwischenzeiten vom Computerstream – so konnte Lechtenberg noch detaillierter vom Ufer aus in Leipzig coachen. Teamwork auf Top-Niveau.
Favoritenrolle bei der Kleinbootmeisterschaft
Mit dem Sieg in Leipzig ist Klein nun auf Platz 1 der nationalen U19-Rangliste gesetzt – ein starkes Statement im Hinblick auf die Deutsche Kleinbootmeisterschaft. „Er startet jetzt als Favorit – und das völlig verdient“, so Lechtenberg. Wenn Klein gesund bleibt, wird er eine der Säulen der künftigen Junioren-Nationalmannschaft sein. Die endgültige WM-Nominierung erfolgt zwar erst im Juni, doch die Richtung ist klar: Wieder rein ins Nationaltrikot.