28. Febr. 2025 | Verband | von Luisa Gärtner

Sina Burmeister: Frischer Wind für den Jugendrudersport

Sina Burmeister übernimmt ab dem 1. März 2025 das Amt der Vorständin Jugend und komplettiert damit den DRV-Vorstand um Alexander Kersten (Finanzen und Administration) sowie Robert Sens (Leistungssport). Foto: privat

Seit Oktober ist die DRV-Strukturreform in Kraft, die den Deutschen Ruderverband von hauptamtlichen Vorständen leiten lässt. Bereits seit Dezember und Januar sind zwei der drei vorgesehenen Vorstandspositionen besetzt: Alexander Kersten fungiert als Vorstand Finanzen und Administration und Robert Sens übernimmt seit Januar die Verantwortung im Leistungssport. Die Position des Vorstands Jugend war zunächst noch vakant – nun wird sie ab dem 1. März von der in Ruderdeutschland bekannten Sina Burmeister besetzt.

Die gebürtige Berlinerin bringt nicht nur eine beeindruckende sportliche Karriere, sondern auch vielfältige berufliche Erfahrungen und eine klare Vision mit, um den Rudersport für junge Menschen zukunftsorientiert zu gestalten. Ihr Werdegang – von den ersten Ruderschlägen in einem Berliner Verein bis hin zu internationalen Wettkämpfen und innovativen Konzepten in der Jugendarbeit – macht sie zur idealen Besetzung für ihre neue Rolle als DRV-Vorständin Jugend. Vera Hemb, bisherige Jugendsekretärin und damit Vorgängerin der künftigen Vorstandsposition Jugend, die 2023 das Amt von Marcel Sura übernommen hatte, verlässt nach über acht Jahren den Deutschen Ruderverband auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Von den ersten Ruderschlägen bis zur internationalen Bühne

Bereits mit zwölf Jahren entdeckte Sina ihre Leidenschaft für das Rudern bei der Treptower Rudergemeinschaft, einem kleinen Verein im Südosten Berlins. Was als spielerischer Einstieg begann, entwickelte sich rasch zu einer Passion, die sie bis in den Leistungssport führte. So war sie beispielsweise im leichten Doppelzweier aktiv – eine Disziplin, die für sie persönlich eine besondere Bedeutung trägt, nicht zuletzt, weil sie damit eine Bronzemedaille auf der U23-Weltmeisterschaft erringen konnte. Auch im leichten Doppelvierer war sie mit einer WM-Final-Teilnahme international erfolgreich.

Akademischer Erfolg und Engagement in der Jugendarbeit

Mit dem Ziel, den Sport beruflich zu gestalten, studierte sie Sport an der Humboldt-Universität zu Berlin – zuerst im Bachelor, später im Master. Schon während des Studiums stand für sie fest, dass sie vor allem den Jugendbereich fördern möchte. Ein Praktikum bei der Brandenburger Sport Jugend ebnete den Weg in ihre berufliche Laufbahn. Über verschiedene Stationen – von der Position als Projektmitarbeiterin bis hin zur Bildungsreferentin – sammelte sie umfassende Erfahrungen in der Vereinsberatung und der Förderung von Demokratie sowie Engagement. Dabei ging es stets darum, junge Menschen für den Sport und das Ehrenamt zu begeistern, Austauschformate zu organisieren und den Zusammenhalt in den Vereinen zu stärken.

Praxisnähe als Trainerin und erste Schritte im Coastal 

Nicht nur in der Verwaltung und Organisation überzeugte die 36-Jährige: Als eine der beiden Trainer:innen im Ulmer Ruder Club konnte sie ihre Ideen unmittelbar in die Praxis umsetzen. Hier lernte sie, wie man junge Menschen nachhaltig für den Rudersport begeistert und wie Vereine von innovativen Ansätzen profitieren können. Gleichzeitig entdeckte sie ihre Faszination für das Coastal Rowing – eine vergleichsweise junge Sportart, die bereits vor einigen Jahren Impulse im Rudersport setzte. Erste Erlebnisse in Kiel und auf der Insel Amrum bestätigten ihr Potenzial, auch diese Disziplin gewinnbringend in das Angebot für junge Ruderinnen und Ruderer zu integrieren.

Eine klare Vision: Mehr Junge ins Boot holen 

Für die studierte Sportwissenschaftlerin steht fest: Niemand darf im Rudersport außen vor bleiben. Mit ihrem Konzept, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Ruderboot zu ermöglichen, setzt sie auf Inklusion und Gemeinschaft – ganz nach dem Motto: Alle sitzen gemeinsam im Boot. Angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen in den letzten Jahren vor allem im Kinder- und Jugendbereich sieht sie ihre Aufgabe unter anderem darin, dem Trend entgegenzuwirken.

Dabei ist es ihr besonders wichtig, dass es in den Vereinen ein breites und vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche gibt. Jeder soll mitmachen, sich individuell entwickeln und Spaß haben können – unabhängig vom persönlichen Leistungsniveau. Eine starke Basis im Nachwuchsbereich ist essenziell für die Zukunft des Rudersports. Denn aus der Jugend kommen nicht nur die künftigen Spitzensportler:innen, sondern auch die nächsten Generationen von Breitensportler:innen, Vorständ:innen, Funktionär:innen und Trainer:innen.

Neue Wege und persönliche Perspektiven

Sina Burmeister plant nach Hannover in eine Wohngemeinschaft zuziehen. Ihre Bleibe in Ulm wird sie jedoch behalten, denn sie hofft, an den Wochenenden immer mal wieder in ihrer Wahlheimat zu sein – nicht zuletzt, um die Nähe zu den Bergen zu genießen und „einfach mal Klettern zu gehen.“ Für sie ist es ebenso wichtig, im Team zu arbeiten wie individuelle Stärken einzubringen. „Ich möchte erstmal ankommen, meine Kapazitäten erkunden und schauen, wo und wie ich etwas verändern kann“, so Burmeister, und legt damit auch den Grundstein für ihre künftige Arbeit im DRV-Vorstand.

Stimmen aus dem Verband

Die Entscheidung, Sina Burmeister in den Vorstand zu berufen, stößt auf breite Zustimmung. Sebastian Haase, Vorsitzender der Deutschen Ruderjugend, sieht in ihr die ideale Vertreterin: „Sina bringt einen großen Erfahrungsschatz aus dem organisierten Sport und dem Rudern mit und verknüpft diesen mit neuen Ideen und Visionen. Dies macht sie zur Idealbesetzung für die neue Herausforderung, die Jugend auch im Gesamtvorstand mit einzubringen und zu vertreten.“

Auch Moritz Petri, Präsident des Deutschen Ruderverbandes, betont: „Ich freue mich sehr, eine junge Ruderin im Vorstand begrüßen zu dürfen, die aufgrund ihrer bisherigen Expertise das Vorstandsteam exzellent ergänzen wird und dem Jugendrudern neue Impulse geben wird.“